Der Zusammenschluss der Jugendmannschaften von TV Ruchheim und TSG Mutterstadt feiert einjähriges Bestehen. Darüber berichtet "Die Rheinpfalz" in ihrer Ausgabe vom 19.03.2014:

„Es ist wichtig, dass man uns erkennt“
Hintergrund: Vor einem Jahr haben die TSG Mutterstadt und der TV Ruchheim eine Jugendspielgemeinschaft gebildet. Sie funktioniert, lebt und gedeiht . Doch die Konkurrenz ist groß – und sie lockt mitunter mit Geld. Das fehlt der JSG aber. Doch die Verantwortlichen sind zuversichtlich. Sie schmieden mittlerweile sogar Pläne für eine gemeinsame Zukunft.
Von Horst Konzok

LUDWIGSHAFEN. Die Köpfe und Macher der JSG Mutterstadt-Ruchheim sind zufrieden mit dem ersten gemeinsamen Jahr. Gestartet ist die JSG vor Jahresfrist mit 16 Mannschaften. Spielermangel durch den plötzlichen Rückzug einiger Leistungsträger, die sich zum Teil sportlich neu orientierten, zu König Fußball abwanderten, führte dazu, dass die männliche A-Jugend abgemeldet werden musste, bedauert Andreas Schneider. Er zählt mit Christian Röller, Frank Koob und Petra Landgraf zu den Köpfen und Motoren der Jugendspielgemeinschaft, die das Ziel verfolgt, ausreichend Nachwuchs für die Aktivenmannschaften der beiden Muttervereine zu liefern.

„Bei den Mädchen haben wir alle Altersklassen besetzt“, sagt Röller, zur neuen Saison wird auch wieder eine männliche A-Jugend in den Spielbetrieb einsteigen.
„Die Unterstützung von den Stammvereinen ist optimal“, sagt Frank Koob, der unter anderem für die Organisation im Spiel- und Trainingsbetrieb verantwortlich zeichnet. Mitunter eine Herkulesaufgabe, die da zu stemmen ist, weil in vier Hallen in Ruchheim und Mutterstadt trainiert und gespielt wird. „Wir haben eine grundsolide Organisation. Wir haben genügend Trainer, alle Mannschaften sind doppelt mit Trainern besetzt, die Rundumversorgung ist optimal“, bilanziert Andreas Schneider. Zur neuen Runde werde der Trainerstab mit qualifiziertem Personal ausgebaut.
„Unser Aushängeschild ist die weibliche B-Jugend“, sagt Frank Koob mit Blick auf die von Petra Landgraf trainierte Mannschaft, die in der höchsten rheinland-pfälzischen Spielklasse am Ball ist.
„Die Mannschaften haben sich gefunden. Da gibt es keine Unterschiede zwischen Mutterstadt und Ruchheim“, bilanziert Schneider. Auch äußerlich tritt die JSG als Einheit auf, alle Mannschaften spielen in einheitlichen Trikots. „Uns ist wichtig, dass man uns erkennt“, sagt Schneider.

Nicht nur auf dem Spielfeld eingeschworen, sondern auch bemüht um ein attraktives Freizeitangebot für die Jugend. Hier Christian Röller und Andreas Schneider mit der mC-Jugend der JSG Mutterstadt-Ruchheim

Die Verantwortlichen haben nicht verkannt, dass es schwieriger geworden ist, Nachwuchs dauerhaft für den Handball zu gewinnen. Da ist vor allem der Fußball, da sind die Modesportarten, die Konkurrenz machen. Und in der Handballszene selbst locken andere Vereine. „Da wird schon mal mit den Geldscheinen gewedelt“, sagt Schneider. Er führt seit Freitag den Förderverein des TV Ruchheim, der sich fortan nach einer Satzungsänderung auch der JSG annehmen möchte. „Wir brauchen Geld“, heißt die simple Formel. Geld, das helfen soll, die Arbeit für die Trainer attraktiver zu machen. Geld, das hilft, die Ausstattung zu verbessern, Geld, das hilft, Freizeitaktivitäten der Nachwuchsabteilung zu finanzieren. So war die JSG am Nikolaustag 2013 mit 230 Kindern und Jugendlichen in der Mannheimer SAP-Arena zu Gast beim Bundesligaspiel der Rhein-Neckar-Löwen gegen den VfL Gummersbach. Im Sommer organisiert die JSG ein Zeltlager in Lemberg bei Pirmasens. „Wir wollen ein Kontrastprogramm zu den anderen Vereinen bieten“, sagt Schneider. Und die JSG zeigt Flagge, stellt sich am 5. April beim Schulfest in der Ruchheimer Grundschule vor. Der Nachwuchs wirbt um Nachwuchs.

Quelle:
Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - Nr. 66
Datum
Mittwoch, den 19. März 2014