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Herren I: Mit 29:26 erneut Lokalderbysieger gegen Oggersheim
Montag, 1. Februar 2010
Mit 29:26 haben die Herren I auch das Rückspiel gegen die MSG Oggersheim-Ludwigshafen gewonnen.

"Die Rheinpfalz" schreibt zu diesem Spiel in ihrer Ausgabe vom 01.02.2010:

Aus der Schmuse- wird zu spät eine Raubkatze

MSG Oggersheim verliert Pfalzliga-Derby beim TV Ruchheim, weil die Mannschaft in der ersten Halbzeit zu harmlos spielt

Einer (Raub-)Katze attestiert man ja sieben Leben. Die Pfalzliga-Handballer der MSG TG Oggersheim/ASV Ludwigshafen besaßen beim TV Ruchheim mindestens deren drei. Oft schien es um sie geschehen, immer wieder kämpften die Gäste sich jedoch zurück. Gereicht hat es am Ende nicht. Ruchheim siegte nämlich mit 29:26 (17:11).

Robert Maurer
Kampf um die Lufthoheit: Timo Senk und Robert Maurer
Nein, der Oggersheimer Trainer Horst Senk, drei Jahre Übungsleiter der Ruchheimer A-Jugend, ließ vor der Partie zur Einstimmung kein Sandmännchen über die Mattscheibe flimmern. Seine Sieben stolperte nämlich im ersten Durchgang in der Offensive im Schlafwagentempo übers Feld, und das Defensivverhalten wirkte behäbig, als klemmten Sandkörnchen in den Augen. Wie alte, jagdfaule Raubkatzen tapsten sie ihren Gegenspielern hinterher. „Die Abwehrleistung war indiskutabel. Wir haben emotionslos gespielt", schimpfte Senk. Auch eine kurzfristige Umstellung auf einen offensive 5:1-Deckung Mitte des ersten Durchgangs rüttelte sein Team nicht wirklich wach.

Ruchheim konnte so, ohne selbst ein Feuerwerk abzubrennen, bis zur Pause auf 17:11 davonziehen - trotz des verletzungsbedingten Ausscheidens von Daniel Arentz nach knapp zehn Minuten. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt, auch wegen seiner zwei Treffer, zu den auffälligsten Akteuren gehört. „Uns ist es in der ersten Halbzeit gelungen, die Fehler zu minimieren", lobte Vaso Goncin, Trainer des TV Ruchheim.

Sascha Pflüger
War gegen Oggersheim in Top-Form und verwandelte nicht nur fünf Sieben-Meter: Sascha Pflüger, hier gegen Björn Weisser
Schon kurz nach dem Wiederbeginn hatte er die grüne Karte, die zur Auszeit berechtigt, griffbereit. Die Oggersheimer wirkten wie verwandelt, plötzlich sausten angriffslustige Raubkatzen übers Feld und drohten Goncins Mannschaft zu verspeisen. Die Gäste warfen nun die Tugenden aufs Parkett, die ein abstiegsgefährdeter Verein zeigen muss, um zu bestehen: Kampfgeist, eine zupackende Abwehr und einen Wolfgang Hähnel zwischen den Pfosten, der zehn von 22 Bällen parierte. Die Oggersheimer aber ballerten sich schnell auf drei Treffer (34.) und zwölf Minuten vor Schluss bis auf zwei Treffer heran. Sie hatten sich zum zweiten Mal am Leben gehalten.

In Unterzahl düste Ruchheim jedoch wieder davon (26:21/53.). Die Entscheidung schien gefallen. „Das waren einfach Dummheiten von unserer Abwehr", moserte Senk. Sein Team kämpfte sich trotz zweimaliger Unterzahl in den letzten acht Minuten noch einmal auf zwei Treffer heran (28:26/57.). Die (Raub-)Katze holte also noch mal tief Luft, zum finalen (Punkte-)Sprung reichte es jedoch nicht mehr.

So spielten Sie

TV Ruchheim: Scharfenberger, Vollbrecht (31.-57.) - Senck, Arentz (2), Philipp Maurer (7) - Edit (3), Krüger - Pfohlman - Pflüger (7/5), Scriba (2), Pressl (2), Robert Maurer (5)

MSG Oggersheim: Bott, Hähnel (ab 31.), Hahn (1 Siebenmeter) - Schmitt (4), Zeimet, Senk (12/4) - Weisser, Marc-Andre Unger (1) - Amuser (1) - Hof, Schröder (1), Geibel, Leyh (7)

Spielfilm: 0:1 (1.), 3:1 (4.), 8:5 (15.), 11:6 (20.), 15:9 (26.), 17:11 (HZ.), 19:15 (38.), 23:18 (47.), 26:21 (53.), 27:24 (56.), 29:26 (Ende) - Zeitstrafen: 4/6 - Siebenmeter: 5/4 - Beste Spieler: Pflüger, Philipp Maurer - Hähnel, Senk - Zuschauer: 75 - Schiedsrichter: Ohler/Stuhlfauth (Meckenheim/Haßloch).

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Ludwigshafener Rundschau
Ausgabe: Nr.26
Datum: Montag, den 01. Februar 2010
Seite: Nr.17

>> Fotoserie

 

Die TG Oggersheim berichtet zum Spiel auf ihrer Homepage:

Auch beim Rückspiel kam die MSG nicht um eine Niederlage herum

1. Halbzeit: Die Mannschaft der MSG begann im Verhältnis zum letzten Auswärtsspiel in Annweiler total verunsichert (oder übermotiviert?). Während die MSG sich zunächst an der starken 6:0-Deckung des TVR die Zähne ausbiss, erzielten die Gastgeber Tor um Tor, besonders aus dem Rückraum. Mit schnellem und druckvollem Spiel brachten sie die Abwehr der MSG häufig in Verlegenheit, mehrmals konnten die Rückraumspieler der Ruchheimer unangegriffen "mit Anlauf" hochsteigen und Torwart Bott überwinden. Über 7:3 setzten sich die Hausherren bis auf 12:6 ab (22. min.). Danach Torwartwechsel bei der MSG: Wolfgang Hähnel löste Marcus Bott ab. Bis zur Pause blieb es dann bei diesem klaren Vorsprung, Timo Senk erzielte kurz vor der Halbzeit zwar das 16:11, in der letzten Sekunde gelang dem TVR aber noch vom Kreis das deutliche 17:11.

2. Halbzeit: Wer von den Oggersheimer Zuschauern angesichts des klaren Rückstandes zur Pause schon ein ähnliches Debakel wie in der Hinrunde (zur Erinnerung: 18:33!) befürchtet hatte, konnte kurz nach der Pause zumindest mal etwas aufatmen: Bis auf 17:14 kam man wieder heran (Senk, 34. min.). Die Abwehr stand jetzt etwas besser, kämpfte endlich mehr und auch Wolfgang Hähnel im Tor hielt einige Bälle. Zwar kam die MSG mal wieder bis auf 2 Tore heran (20:18, 42. min.), der TVR vergrößerte seinen Vorsprung aber postwendend wieder auf 23:18 (47. min.). Diesem Abstand lief die MSG ständig hinterher, zwischen 3 und 5 Toren pendelte er permanent. Kam die MSG mal wieder etwas näher ran, beraubte sie sich meist selbst durch technische Fehler (Schrittfehler, Kreiseintritt) der Chance, die Lücke zu schließen. Wenn man es positiver sehen will: Sie wurde diesmal aber auch nicht "abgeschossen", hielt das Spiel einigermaßen offen. In den letzten Minuten wurde es dann sogar noch einmal richtig spannend, als Timo Senk zum 28:26 verkürzte (58. min.). Christian Schmitt von Rechtsaußen hatte sogar noch die Chance zum 28:27, es wurde aber Kreiseintritt gepfiffen. In der letzten Minute machten die Gastgeber mit ihrem 29:26 alles klar.

Das fiel auf: Bei der MSG fielen fast alle Tore aus dem Rückraum, fast ausschließlich durch "Einzelaktionen" von Timo Senk und Christian Leyh, die sich der Niederlage entgegenstemmten. Es gelangen diesmal kaum erfolgreiche Anspiele an den Kreis und auch die Außen wurden kaum eingesetzt (diesmal nur 1 Tor von Außen, 1 vom Kreis und 1 durch Tempogegenstoß). Einige Spieler erwischten auch nicht ihren "besten Tag" und blieben unter ihren normalen Möglichkeiten. Ausschlaggebend war aber wohl der schwache Start in der Abwehr, der daraus resultierende frühe deutliche Rückstand konnte letztendlich nicht mehr aufgeholt werden.

Quelle: Homepage der TG Oggersheim

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 2. Februar 2010 )